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Rückblick

11.04.2019 18:00 Uhr
"Augenscheine". Karten und Pläne vor dem Reichskammergericht (1495-1806)
Vortrag
Prof. Dr. Anette Baumann, Gießen
Vortragssaal Mühlendamm 1-3 Parterre

Am Reichskammergericht, dem höchsten Zivilgericht des Alten Reiches, wurden seit dem 16. Jahrhundert Karten und Pläne von den Prozessparteien als Beweismittel vorgelegt („Augenscheine“). Im Vortrag soll diese besondere Quellengattung anhand von Beispielen aus Süddeutschland und Lübeck vorgestellt und ihre genaue Funktion erläutert werden.

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04.04.2019 18:00 Uhr
Wahrhaftigkeit im Blick: Carl Julius Mildes Porträtzeichnungen "Geisteskranker"
Vortrag
Julia Diekmann M.A., Kunsthistorikerin
Museum Behnhaus Drägerhaus, Königstraße 9-11

In Lübeck ist Carl Julius Milde (1803 – 1875) vor allem durch seine denkmalpflegerische Tätigkeit bekannt. Wenigen hat sich bisher sein facettenreiches künstlerisches aber auch wissenschaftliches Schaffen erschlossen. Eine herausragende Stellung nimmt darin die zwischen 1829 und 1834 in der „Irrenabteilung“ des Hamburger Krankenhauses St. Georg entstandene Serie von 60 Porträtzeichnungen der dortigen „Insassen“ ein. Die Bildnisse sind nicht allein Beleg für Mildes Einfühlungsvermögen als Porträtist und seine ausgezeichnete Zeichentechnik. Diese Porträtzeichnungen sind Dokumente der Verwissenschaftlichung der Psychiatrie in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts sowie der engen Verbindung von Kunst und Medizin in dieser Zeit.

Eintritt frei für Mitglieder des VLGA!

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21.03.2019 19:00 Uhr
Lübecks ungeliebte Ehrenbürger
Vortrag
Prof. Dr. Gerhard Ahrens, Lübeck
Vortragssaal Mühlendamm 1-3 Parterre

Zwischen 1835 und 1987 hat die Hansestadt Lübeck 25 Ehrenbürger ernannt. Schon beim ersten, dem Londoner Stalhofmeister, gab es Irritationen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden vier NS-Ehrungen annulliert. Thomas Mann konnte 1955 erst ausgezeichnet werden, nachdem die zahlreichen Opponenten in der Bürgerschaft freiwillig auf ihr Stimmrecht verzichtet hatten. Mit Blick auf diese Vergangenheit stellt sich durchaus die Frage, ob die höchste kommunale Ehrung heute noch als zeitgemäß empfunden wird.

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21.03.2019 17:30 Uhr
Jahresmitgliederversammlung
Mitgliederversammlung
Vortragssaal Mühlendamm 1-3 Parterre

Die Mitgliederversammlung erfolgt auf schriftliche Einladung.

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07.03.2019 18:00 Uhr
Deutschlands gelehrter Gerichtshof: Das Oberappellationsgericht Lübeck 1820-1879
Vortrag
Prof. Dr. Peter Oestmann, Münster
Vortragssaal Mühlendamm 1-3 Parterre

Das bedeutendste deutsche Gericht des 19. Jahrhunderts vor der Reichsgründung saß in Lübeck. Die vier freien Städte Frankfurt, Hamburg, Bremen und Lübeck unterhielten hier seit 1820 ihr gemeinsames Oberappellationsgericht. Das hohe Ansehen der Richterpersönlichkeiten mit dem berühmten Präsidenten Arnold Heise an der Spitze, die prinzipienorientierte Rechtsprechung, ein vergleichsweise moderner Urteilsstil und anderes machten Lübeck der Sache nach zu einer der Hauptstädte des deutschen Rechts. Der Vortrag schildert die äußere Geschichte des Gerichts und wirft vor allem Schlaglichter auf die Arbeitsweise der Anwälte und Richter.

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07.03.2019 11:00 Uhr
Gestrandet in Lübeck: Biographische Erinnerungen an Max Geissler und Maria Klann. Sozialdemokratischer und kommunistischer Widerstand während der NS-Zeit - von Ulrich Meyenborg und Reinhold Hiller
Buchvorstellung
Dr. Jan Lokers, Ulrich Meyenborg und Reinhold Hiller
Lesesaal des Archivs der Hansestadt Lübeck, Mühlendamm 1-3, 23552 Lübeck, IV. Stock

Max Geissler (1906-1988) und Maria Klann (1904-1994) gehörten zu den wenigen, die in der NS-Zeit Widerstand leisteten. Sie nahmen dafür bitteres Leid, Entbehrungen, Erniedrigungen und körperliche Misshandlungen während der Verfolgung durch die braunen Schergen in Kauf.

Jahrelang lagen die schriftlichen Erinnerungen von Max Geissler und Maria Klann in verschiedenen Schubladen. Es war höchste Zeit, sie „auszugraben“ und einer interessierten Öffentlichkeit bekannt zu machen.

Auf dramatischem Weg kamen die beiden Protagonisten zu Kriegsende nach Lübeck. Max Geissler strandete nach der Haft im Konzentrationslager Sachsenhausen als Überlebender des Todesmar-sches von Sachsenhausen in der Hansestadt, wo er auch politisch eine neue Heimat fand. Maria Klann wurde 1935 als kommunistische Funktionärin vom Volksgerichtshof in Berlin verurteilt und kam während der letzten chaotischen Kriegswochen nach unmenschlichen Strapazen mit einem Transport, der über 60 Tage quer durch Deutschland ging, nach Lübeck. Sie blieb in der Hansestadt, kümmerte sich wie Max Geissler um ehemalige KZ-Häftlinge. 1952 wurde sie aus der KPD ausgeschlossen und wandte sich der Sozialdemokratie zu.

Ihrem schicksalhaften Leben und ihrem Einsatz für Freiheit und Demokratie soll mit diesem Buch ein Denkmal gesetzt werden.

Erschienen bei: Schmidt-Römhild, Lübeck. Erhältlich in jedem Buchladen und beim Verlag ab sofort. Ein Besprechungsexemplar kann angefordert werden bei: Archiv der Hansestadt Lübeck (AHL), Tel. 0451 122 4152.
 
Programm der Buchvorstellung

•    Einführung Dr. Jan Lokers, Archiv der Hansestadt Lübeck
•    Einblicke in das Buch durch die Autoren Senator a.D. Ulrich Meyenborg und Reinhold Hiller, ehem. Mitglied des Bundestages
•    Fragen der Presse und des Publikums

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21.02.2019 18:00 Uhr
Die Mittelaltersammlung im St. Annen-Museum: Anfänge und Entwicklung unter den Museumsdirektoren Schäfer bis Schröder
Vortrag
Prof. Dr. Thorsten Albrecht, Hannover
St. Annen-Museum, Foyer der Kunsthalle, St. Annen-Straße 15
Mit der Eröffnung des St. Annen-Museums 1915 wurde erstmalig nach wissenschaftlichen Aspekten die mittelalterliche Sammlung präsentiert. Seit dieser Zeit gilt das St. Annen-Museum mit seiner Mittelaltersammlung als eine der bedeutendsten in Deutschland. Museumsdirektor Karl Schäfer (1879-1942) legte das Grundkonzept fest, das in den folgenden Jahrzehnten von seinen Nachfolgern teilweise geändert wurde. Neben der wissenschaftlichen Erforschung der Museumsobjekte und deren kunsthistorische Einordnung in einen größeren Zusammenhang war die Präsentation im Museum einer der wichtigsten Aufgaben der Museumsmitarbeiter. Wie sich beide Aspekte (Forschung und Präsentation) entwickelt haben, steht im Mittelpunkt des Vortrags.


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24.01.2019 18:00 Uhr
Butter bei die Fische - Ein Blick in die Vorratskammern und Küche des Heiligen-Geist-Hospitals zu Lübeck in der 2. Hälfte des 16. Jh.s
Vortrag
Jette Fischer, Kiel
Vortragssaal Mühlendamm 1-3 Parterre

Das Heiligen-Geist-Hospital kann auf eine über 750jährige Geschichte zurückschauen, einen Ausschnitt davon, nämlich den Haushalt und Alltag im 16. Jahrhundert, behandelt die Referentin in ihrem Promotionsvorhaben „Ökonomie und Alltag im Heiligen-Geist-Hospital zu Lübeck im 16. Jahrhundert“. Einen großen Teilaspekt stellen dabei die Ausgaben für die Küche sowie „Gemeines“ dar, auf welche im Rahmen des Vortrags eingegangen werden soll. Wann wurde was, wo, von wem und für wen eingekauft, werden dabei die zentralen Fragen sein.

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17.01.2019 18:00 Uhr
Natureisgewinnung im Raum Lübeck im 19. und 20. Jahrhundert
Vortrag
Dr. Hartmut Bickelmann, Lübeck
Vortragssaal Mühlendamm 1-3 Parterre

Bevor im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts Kältemaschinen erfunden wurden, beruhten Konservierung von Lebensmitteln und Kühlung von Getränken auf der Verwendung von Natureis. Anhand von illustrativen Beispielen aus dem Raum Lübeck gewährt der Vortrag nicht nur Einblick in Gewinnung, Lagerung und Handel von Natureis, sondern er geht auch dem sich innerhalb weniger Jahrzehnte vollziehenden technisch-kulturellen Wandlungsprozess hin zur industriellen Kunsteiserzeugung und maschinellen Kühlkonservierung nach, der unser Alltagsleben in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nachhaltig verändert hat.

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29.11.2018 18:00 Uhr
Zwei Pistolenkugeln. Der gewaltsame Tod des Arbeiters J. in Lübeck 1932
Vortrag
Dr. Jan Lokers
Audienzsaal des Rathauses zu Lübeck, Breite Str. 62, 23552 Lübeck

Im November 1932 protestierten Lübecker Arbeiter vehement gegen die herrschenden sozialen und politischen Verhältnisse. Die Polizei griff, als sie während des Protestzugs in Bedrängnis geriet, zur Waffe. Der angeschossene Kutscher Herbert J. erlag wenig später seinen Verletzungen. Die Vorkommnisse erzählen viel über die Zeit vor der „Machtergreifung“ und über Lübecks Entwicklung in den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. Im Vortrag soll es aber auch um Proteste und Unruhen in den Jahrhunderten davor gehen, denn darin können wir einige Besonderheiten der Lübecker Geschichte entdecken.

Dieser Vortrag findet statt im Rahmen der Vortragsreihe "Lübeckische Geschichte(n) - Neun Jahrhunderte in 9 Objekten" aus Anlass des 875. Gründungsjubiläums der Stadt.

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08.11.2018 18:00 Uhr
Selbstbildnis mit Familie, 1815: Johann Baptist Hauttmann (1756-1832)
Vortrag
Dr. Alexander Bastek
Audienzsaal des Rathauses zu Lübeck, Breite Str. 62, 23552 Lübeck

Im 19. Jahrhundert ist Lübecks einstige Rolle als zentrale Handelsmetropole im Ostseeraum längst Geschichte und auch politisch kommt der Stadt keine tragende Rolle im europäischen Geschehen mehr zu. Das Selbstbildnis des Lübecker Malers Johann Baptist Hauttmann mit seiner Familie scheint dies zu illustrieren: Zu sehen ist der Rückzug ins Private und die Konzentration auf den engsten Familienkreis. Erst bei genauem Hinsehen wird deutlich, dass die zentralen Ereignisse europäischer Geschichte in dem Gemälde thematisiert sind und auch die Rolle Lübecks dabei in den Blick genommen ist. Das beschauliche Familienbild entpuppt sich als Historiengemälde mit allegorischer Bildsprache.

Dieser Vortrag findet statt im Rahmen der Vortragsreihe "Lübeckische Geschichte(n) - Neun Jahrhunderte in 9 Objekten" aus Anlass des 875. Gründungsjubiläums der Stadt.

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18.10.2018 18:00 Uhr
Neue Pracht in alten Mauern. Die Torelli-Bilder von 1759/61 im Audienzsaal des Rathauses
Vortrag
Dr. Michael Hundt
Audienzsaal des Rathauses zu Lübeck, Breite Str. 62, 23552 Lübeck

Dem 18. Jahrhundert in Lübeck haftet der Ruf an, „langweilig“ zu sein. Es fehlte, so will es scheinen, an herausragenden Ereignissen und Persönlichkeiten, an Innovationen und zukunftsweisenden Entwicklungen. Tatsächlich ist das 18. Jahrhundert das mit Abstand am schlechtesten erforschte Jahrhundert in der lübeckischen Geschichte. Die vermeintliche Langweiligkeit beruht also mehr auf Unkenntnis, weniger auf Tatsachen. Die Bilder von Stefano Torelli im Audienzsaal des Rathauses bieten einen guten Ausgangspunkt, diese Sichtweise zu überprüfen und zu korrigieren. Sie ermöglichen es, einzutauchen in Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Kultur eines gar nicht so fernen Jahrhunderts, das grundlegend für unsere Gegenwart ist und dessen Spuren in der Stadt überall präsent sind.

Dieser Vortrag findet statt im Rahmen der Vortragsreihe "Lübeckische Geschichte(n) - Neun Jahrhunderte in 9 Objekten" aus Anlass des 875. Gründungsjubiläums der Stadt.

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10.10.2018 18:00 Uhr
"Ein Kapitel für sich", Verfolgte jüdische Familien aus Danzig im Kurhaus von Wittdün/Amrum 1945-1950
Buchvorstellung
Heidemarie Kugler-Weiemann
Lesesaal des Archivs der Hansestadt Lübeck, Mühlendamm 1-3, 23552 Lübeck

Mit "Ein Kapitel für sich", Verfolgte jüdische Familien aus Danzig im Kurhaus von Wittdün/Amrum 1945-1950 hat die Lübeckerin Heidemarie Kugler-Weiemann im Sommer 2018 die Ergebnisse langjähriger Recherchen in einem Buch veröffentlicht. Sensibilisiert durch ihre Suche nach Spuren jüdischer Familien aus Lübeck wurde die Autorin auf die Ereignisse der Nachkriegszeit auf ihrer Urlaubsinsel Amrum aufmerksam. Es gelang ihr, mehrere Zeitzeugen und Zeitzeuginnen zu befragen, die selbst als Kinder und Jugendliche im Kurhaus gelebt haben. Der Sichtung umfangreicher Literatur und von Aktenbeständen der Gemeinde Wittdün im Kreisarchiv Nordfriesland folgte die Auswertung englischsprachiger Quellen der Lady Rose Henriques Collection der Wiener Library in London.
Die Schicksale der im Kurhaus von Wittdün/Amrum untergebrachten Menschen gehören zu einem speziellen Kapitel des Holocaust, der Verfolgung von "Mischlingen" und "jüdisch Versippten", speziell auch, weil sie aus einer Stadt mit besonderem rechtlichen Status, der "Freien Stadt Danzig" kamen.
Nach einer kurzen Einleitung wird die Autorin einige Aspekte des Buches vorstellen und dabei besonders auf den Bäderantisemitismus und die Quellen der Wiener Library in London eingehen.

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13.09.2018 18:00 Uhr
Der Handels- und Schifffahrtsvertrag der Hansestädte mit Frankreich von 1655: Als Lübeck mit dem Sonnenkönig verhandelte
Vortrag
Dr. Indravati Félicité
Audienzsaal im Rathaus zu Lübeck, Breite Str. 62, 23552 Lübeck

"Der König möchte den Städten der deutschen Hanse bekannt machen, dass er für sie dieselbe Zuneigung empfindet, wie seine königlichen Vorgänger ihnen auch gezeigt haben...": Nach langjährigen Verhandlungen am französischen Hof gelang es 1655 den Hansestädten Lübeck, Bremen und Hamburg, einen Handels- und Schifffahrtsvertrag mit Frankreich zu schließen. Dieser große diplomatische Erfolg rief starkes Staunen in der Fürstengesellschaft der Zeit hervor. Es ist daher lohnend, den Vertrag im Hinblick sowohl auf seinen Inhalt als auch auf seine Entstehungsgeschichte zu untersuchen, um so den Platz der Hansestadt Lübeck in den damaligen internationalen Beziehungen besser einordnen zu können.

Dieser Vortrag findet statt im Rahmen der Vortragsreihe "Lübeckische Geschichte(n) - Neun Jahrhunderte in 9 Objekten" aus Anlass des 875. Gründungsjubiläums der Stadt.

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