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Programm

28.11.2019 18:00 Uhr
"Hier in Lübeck ist schön..." - Edvard Munch und Deutschland
Vortrag
Doktorand Steven Reiss, Göttingen
Museum Behnhaus-Drägerhaus, Königstraße 9-11

Wohl fast jeder kennt das Gemälde „Der Schrei“ des norwegischen Malers und Grafikers Edvard Munch (1863 - 1944). Munch gilt als Bahnbrecher für die expressionistische Richtung in der Malerei der Moderne.
Während der Ausstellung in Berlin Unter den Linden (1893) präsentierte Munch das erste Mal eine Reihe seiner Gemälde als eine narrative Folge unter dem Namen „Studie zu einer Serie: Die Liebe“. Dort zeigte er auch mehrere Zeichnungen, die als zusammengehörig mit „Ein Menschenleben“ betitelt waren und einen Teil der Kindheits-, Liebes- und Angstmotive darstellten. Sie können als frühes Bindeglied zwischen seinen literarischen Aufzeichnungen und Gemälden gelten.
In der Zeit nach 1902, dem Beginn von Munchs zweitem, großen Deutschlandaufenthalt und dem erstmaligen Ausstellen einer Serie als „Lebensfries“ in der Berliner Secession, ergibt sich ein Bruch in Munchs Arbeitsweise. Dieser Bruch lässt sich durch sein Umfeld und die Beziehung zu seinen großen Förderern erklären, zu denen auch der Lübecker Augenarzt Maximilian Linde zu rechnen ist.
Die große Bedeutung Deutschlands für Edvard Munch liegt nicht nur in der finanziellen Unterstützung seiner Mäzene und guten Freunde. Es sind auch nicht nur die Aufträge und Einblicke in den Kunsthandel, die Munch durch deren Vermittlung erhielt. Vielmehr sind es die seelisch-moralische Förderung und die Hilfe bei der Entwicklung kunsttheoretischer Ideen während Munchs Aufenthalten in Deutschland. Vor allem an Lübeck erinnerte er sich nach eigenen Aussagen immer wieder mit Wehmut zurück. Die Jahre, die der Künstler dort ab 1902 verbrachte, regten ihn an, seinen zunächst als abgeschlossen gedachten „Lebensfries“ und somit nahezu sein gesamtes Schaffen neu auf- und umzuarbeiten.
Eine Kooperationsveranstaltung des Museums Behnhaus Drägerhaus, des Vereins für Lübeckische Geschichte und Altertumskunde und des Archivs der Hansestadt Lübeck.


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12.12.2019 18:00 Uhr
Reise ins Vergessen. Jacopo Tintorettos Auferweckung des Lazarus (1576) in der Katharinenkirche
Vortrag
Anna Lena Frank M.A., Hamburg/München
Museumsquartier St. Annen, Remter, St. Annen-Straße 15

Zur Katharinenkirche gehört seit nunmehr 441 Jahren ein Werk des italienischen Künstlers Jacopo Tintoretto, umgeben von einem mächtigen Rahmen. Als herausragendes internationales Kunstwerk nimmt es fern der venezianischen Heimat des Künstlers in der Kunst- und Handelsmetropole Lübeck eine ähnliche Stellung ein wie das etwa 100 Jahre zuvor (1491) entstandene Passionsretabel von Hans Memling. Es beweist einmal mehr die international weitgefächerte Verknüpfung der Hansestadt und ihrer Bürger und gibt dabei so manches Rätsel auf.

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