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Programm

17.10.2019 18:00 Uhr
Das Hochofenwerk Herrenwyk - ist Arbeit archivierbar?
Vortrag
Doktorand Timm Behnecke, Darmstadt
Archiv der Hansestadt Lübeck, Mühlendamm 1-3, Lesesaal (IV. Stock)

Das Hochofenwerk Herrenwyk steht für 80 Jahre Lübecker Industriegeschichte. Durch das Projekt wurde der vormals ländlich geprägte Raum Lübeck-Kücknitz zu einer Industrielandschaft umgeformt. Dieser Strukturwandel prägte das alltägliche Leben, das Wohnen und die Arbeit von mehreren Generationen an Arbeitern und ihren Familien. Für sie war die Arbeit nicht nur notwendig, um ihren Lebensunterhalt zu erwirtschaften, sie wurde auch konstitutives Element ihres Selbstverständnisses.

Versuchen wir aus heutiger Perspektive Bedeutung und Wesen der industriellen Arbeit zu rekonstruieren, sind diese Identifikationsprozesse genauso entscheidend wie die bereits geschichtswissenschaftlich aufgearbeitete Unternehmensgeschichte. Doch was erzählen uns die zur Verfügung stehenden Quellen überhaupt? Lässt sich der flüchtige und prozesshafte Charakter der Arbeit aus Jahresabschlüssen, Krankmeldungen und Akten von Rechtsstreitigkeiten herauslesen? Der Vortrag beschäftigt sich mit Archivalien des Industriemuseums Geschichtswerkstatt Herrenwyk und geht der Frage nach, ob Arbeit überhaupt archivierbar ist.


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24.10.2019 18:00 Uhr
"Nicht über die Orte hinweggehen". Die Rolle der Gestapozentralen in Hamburg und Lübeck für das heutige Erinnern an die Verbrechen des NS-Regimes
Vortrag
Dr. Wolfgang Kopitzsch, Hamburg
Willy-Brandt-Haus, Königstraße 21

Der Historiker Wolfgang Kopitzsch unterrichtete von 1979 bis 2009 an der Hamburger Polizeischule zuletzt als Leiter der Landespolizeischule. Von 2009-2012 war er Bezirksamtsleiter in Hamburg-Nord und bis zum Erreichen der Altersgrenze 2014 Polizeipräsident der Freien und Hansestadt Hamburg. Seine Recherchen zur NS-Geschichte der Polizei in Norddeutschland waren in verschiedenen Ausstellungen zu sehen. In Lübeck wurde 2002 seine Ausstellung zur Geschichte des Polizeibataillons 307 und den Einsatz dieser Lübecker Einheit während des Zweiten Weltkriegs gezeigt.

Wolfgang Kopitzsch wird in seinem Vortrag sowohl die Rolle der Gestapozentralen in Hamburg und Lübeck darstellen als auch über die aktuelle Auseinandersetzung über den Verkauf und die neue Nutzung des Stadthauses in Hamburg berichten. Hier ist geplant, bei über 90 000 qm Fläche insgesamt für die Erinnerung an eine der größten Terror- und Unterdrückungszentralen im Deutschen Reich, die auch für den gesamten Wehrkreis X (Schleswig-Holstein mit Lübeck, Hamburg, Nord-Hannover, große Teile des Gaus Weser-Ems und Bremen) zuständig war, ca. 50 qm an Ausstellungsfläche in einer Buchhandlung mit Cafe vorzusehen. Gewisse Parallelen zum Zeughaus in Lübeck lassen sich durchaus ziehen.

In Kooperation mit dem Willy-Brandt-Haus Lübeck und der Initiative „Zeit des Erinnerns“ .


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28.10.2019 15:00 Uhr
"Warum der Kohlmarkt 'Kohlmarkt' heißt": die überarbeitete Neuauflage des vergriffenen Straßennamenlexikons
Buchvorstellung
Frau Senatorin Kathrin Weiher, Dr. Michael Platzköster, Archivdirektor Dr. Jan Lokers, Karl-Ernst Sinner
Archiv der Hansestadt Lübeck, Mühlendamm 1-3, Vortragssaal (Parterre)

Buchvorstellung der Neuauflage des überarbeiteten u. ergänzten Straßennamenlexikons.

Grußwort: Frau Senatorin Kathrin Weiher
Dr. Michael Platzköster, Verlagsleitung Schmidt-Römhild
Einführung: Dr. Jan Lokers
Zum Buch: Karl-Ernst Sinner


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07.11.2019 18:00 Uhr
Archäologie in Lübeck im Jahr 2018: Funde und Auswertung
Vortrag
Dr. Dirk Rieger, Lübeck
Archiv der Hansestadt Lübeck, Mühlendamm 1-3, Vortragssaal (Parterre)

Der Referent, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bereichs Archäologie der Hansestadt Lübeck, berichtet über Funde und Auswertung derselben im vergangenen Jahr.

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14.11.2019 18:00 Uhr
Kopf ab oder Geld! Totschlag, Strafe und Sühne im spätmittelalterlichen Lübeck
Vortrag
Dr. Kilian Baur M.A., München
Archiv der Hansestadt Lübeck, Mühlendamm 1-3, Lesesaal (IV. Stock)

Hängen, Köpfen, Rädern – das Gruselkabinett körperlicher Strafen ist in populären Vorstellungen vom „finstren“ Mittelalter fest verankert. Der Vortrag widmet sich einer weniger bekannten Alternative, die sich im Fall von Totschlagsdelikten bot: der Sühne. Durch diese wurde mittels Geldzahlungen und anderer Leistungen ein Ausgleich zwischen Opfer- und Täterseite hergestellt.

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28.11.2019 18:00 Uhr
"Hier in Lübeck ist schön..." - Edvard Munch und Deutschland
Vortrag
Doktorand Steven Reiss, Göttingen
Museum Behnhaus-Drägerhaus, Königstraße 9-11

Wohl fast jeder kennt das Gemälde „Der Schrei“ des norwegischen Malers und Grafikers Edvard Munch (1863 - 1944). Munch gilt als Bahnbrecher für die expressionistische Richtung in der Malerei der Moderne.
Während der Ausstellung in Berlin Unter den Linden (1893) präsentierte Munch das erste Mal eine Reihe seiner Gemälde als eine narrative Folge unter dem Namen „Studie zu einer Serie: Die Liebe“. Dort zeigte er auch mehrere Zeichnungen, die als zusammengehörig mit „Ein Menschenleben“ betitelt waren und einen Teil der Kindheits-, Liebes- und Angstmotive darstellten. Sie können als frühes Bindeglied zwischen seinen literarischen Aufzeichnungen und Gemälden gelten.
In der Zeit nach 1902, dem Beginn von Munchs zweitem, großen Deutschlandaufenthalt und dem erstmaligen Ausstellen einer Serie als „Lebensfries“ in der Berliner Secession, ergibt sich ein Bruch in Munchs Arbeitsweise. Dieser Bruch lässt sich durch sein Umfeld und die Beziehung zu seinen großen Förderern erklären, zu denen auch der Lübecker Augenarzt Maximilian Linde zu rechnen ist.
Die große Bedeutung Deutschlands für Edvard Munch liegt nicht nur in der finanziellen Unterstützung seiner Mäzene und guten Freunde. Es sind auch nicht nur die Aufträge und Einblicke in den Kunsthandel, die Munch durch deren Vermittlung erhielt. Vielmehr sind es die seelisch-moralische Förderung und die Hilfe bei der Entwicklung kunsttheoretischer Ideen während Munchs Aufenthalten in Deutschland. Vor allem an Lübeck erinnerte er sich nach eigenen Aussagen immer wieder mit Wehmut zurück. Die Jahre, die der Künstler dort ab 1902 verbrachte, regten ihn an, seinen zunächst als abgeschlossen gedachten „Lebensfries“ und somit nahezu sein gesamtes Schaffen neu auf- und umzuarbeiten.
Eine Kooperationsveranstaltung des Museums Behnhaus Drägerhaus, des Vereins für Lübeckische Geschichte und Altertumskunde und des Archivs der Hansestadt Lübeck.


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12.12.2019 18:00 Uhr
Reise ins Vergessen. Jacopo Tintorettos Auferweckung des Lazarus (1576) in der Katharinenkirche
Vortrag
Anna Lena Frank M.A., Hamburg/München
Museumsquartier St. Annen, Remter, St. Annen-Straße 15

Zur Katharinenkirche gehört seit nunmehr 441 Jahren ein Werk des italienischen Künstlers Jacopo Tintoretto, umgeben von einem mächtigen Rahmen. Als herausragendes internationales Kunstwerk nimmt es fern der venezianischen Heimat des Künstlers in der Kunst- und Handelsmetropole Lübeck eine ähnliche Stellung ein wie das etwa 100 Jahre zuvor (1491) entstandene Passionsretabel von Hans Memling. Es beweist einmal mehr die international weitgefächerte Verknüpfung der Hansestadt und ihrer Bürger und gibt dabei so manches Rätsel auf.

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