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Programm

08.03.2018 18:00 Uhr
Der Lübecker Goldgulden von 1341: Krisen, Gold und "deutsche Hanse": Lübeck im 14. Jahrhundert
Vortrag
Prof. Dr. Rolf Hammel-Kiesow
Audienzsaal des Rathauses zu Lübeck, Breite Str. 62, 23552 Lübeck

1340 erhielt Lübeck als erste Stadt des deutschen Königreichs das Recht, Goldmünzen zu prägen. Der Lübecker Gulden offenbarte den Reichtum der Stadt und ihre gehobene Stellung im mittelalterlichen Reichsgefüge. Seine erste Prägung von 1341 bildet den Ausgangspunkt für die Darstellung der Geschichte Lübecks im krisengeschüttelten 14. Jahrhundert. Aus ihren Münzbildern (Lilie und der heilige Johannes der Täufer) lassen sich die ‚internationalen’ (geld)wirtschaftlichen Verflechtungen und deren außen- und innenpolitischen Folgen für und in der Travestadt entwickeln.

Dieser Vortrag findet statt im Rahmen der Vortragsreihe "Lübeckische Geschichte(n) - Neun Jahrhunderte in 9 Objekten" aus Anlass des 875. Gründungsjubiläums der Stadt.

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19.04.2018 18:00 Uhr
Lübecks "Pfundzoll-Bücher" von 1492-1496: Von der Finanzierung hansestädtischer Kriege und vom hansischen Warenumschlag
Vortrag
Dr. Dominik Kuhn
Audienzsaal des Rathauses zu Lübeck, Breite Str. 62, 23552 Lübeck

In den Jahren 1362-1363 erhoben einige Hansestädte erstmals gemeinschaftlich den sog. Pfundzoll als Sonderabgabe im Seehandel zur Finanzierung des Kriegs gegen den dänischen König Waldemar IV. Atterdag. Auch in den folgenden 200 Jahren nahmen die Hanse oder einzelne Hansestädte immer wieder Pfundzoll in Krisensituationen, vor allem für militärische Zwecke. Die zu Abrechnungszwecken angelegten mittelalterlichen Pfundzollbücher sind einmalige Quellen, weil mit ihnen Umfang und Art der gehandelten Waren, Akteure und Handelsbeziehungen systematisch und umfassend dokumentiert sind. Von 1492 bis 1496 erhob Lübeck als einzige Stadt Pfundzoll, um gegen Piraten zu rüsten, die einen Konflikt der Hanse mit England und Dänemark für ihre Raubzüge ausnutzten. Die Pfundzollbücher führen uns daher auch auf das Feld hansischer Diplomatie und damit zu dieser Zeit noch auf weltpolitisches Parkett – Amerika wird gerade entdeckt und Europa macht Epoche.

Dieser Vortrag findet statt im Rahmen der Vortragsreihe "Lübeckische Geschichte(n) - Neun Jahrhunderte in 9 Objekten" aus Anlass des 875. Gründungsjubiläums der Stadt.

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17.05.2018 18:00 Uhr
Zwei Bürgermeister - Zwei Porträts: Nikolaus Brömse und Jürgen Wullenwever - Kollegen und Antipoden im 16. Jahrhundert
Vortrag
Prof. Dr. Rainer Postel
Audienzsaal des Rathauses zu Lübeck, Breite Str. 62, 23552 Lübeck

In den Porträts - dem repräsentativen Bildnis des Aristokraten Brömse und der schmähenden Karikatur des unterlegenen Wullenwever – spiegelt sich eine der bewegtesten Phasen der lübeckischen Geschichte. Der um 1524 aus Hamburg zugewanderte Jürgen Wullenwever wurde von den politisch-religiösen Bewegungen der Reformationszeit bis an die Spitze des alten Hansehauptes emporgetragen, und suchte es in halsbrecherischer Kriegspolitik zu früherer Größe zurückzuführen. Er scheiterte aber an eigener Selbstüberschätzung und an der Übermacht der beharrenden Kräfte. Nikolaus Brömse, einst geflohen, kehrte in Siegerpose zurück.

Dieser Vortrag findet statt im Rahmen der Vortragsreihe "Lübeckische Geschichte(n) - Neun Jahrhunderte in 9 Objekten" aus Anlass des 875. Gründungsjubiläums der Stadt.

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13.09.2018 18:00 Uhr
Der Handels- und Schifffahrtsvertrag der Hansestädte mit Frankreich von 1655: Als Lübeck mit dem Sonnenkönig verhandelte
Vortrag
Dr. Indravati Félicité
Audienzsaal im Rathaus zu Lübeck, Breite Str. 62, 23552 Lübeck

"Der König möchte den Städten der deutschen Hanse bekannt machen, dass er für sie dieselbe Zuneigung empfindet, wie seine königlichen Vorgänger ihnen auch gezeigt haben...": Nach langjährigen Verhandlungen am französischen Hof gelang es 1655 den Hansestädten Lübeck, Bremen und Hamburg, einen Handels- und Schifffahrtsvertrag mit Frankreich zu schließen. Dieser große diplomatische Erfolg rief starkes Staunen in der Fürstengesellschaft der Zeit hervor. Es ist daher lohnend, den Vertrag im Hinblick sowohl auf seinen Inhalt als auch auf seine Entstehungsgeschichte zu untersuchen, um so den Platz der Hansestadt Lübeck in den damaligen internationalen Beziehungen besser einordnen zu können.

Dieser Vortrag findet statt im Rahmen der Vortragsreihe "Lübeckische Geschichte(n) - Neun Jahrhunderte in 9 Objekten" aus Anlass des 875. Gründungsjubiläums der Stadt.

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18.10.2018 18:00 Uhr
Neue Pracht in alten Mauern. Die Torelli-Bilder von 1759/61 im Audienzsaal des Rathauses
Vortrag
Dr. Michael Hundt
Audienzsaal des Rathauses zu Lübeck, Breite Str. 62, 23552 Lübeck

Dem 18. Jahrhundert in Lübeck haftet der Ruf an, „langweilig“ zu sein. Es fehlte, so will es scheinen, an herausragenden Ereignissen und Persönlichkeiten, an Innovationen und zukunftsweisenden Entwicklungen. Tatsächlich ist das 18. Jahrhundert das mit Abstand am schlechtesten erforschte Jahrhundert in der lübeckischen Geschichte. Die vermeintliche Langweiligkeit beruht also mehr auf Unkenntnis, weniger auf Tatsachen. Die Bilder von Stefano Torelli im Audienzsaal des Rathauses bieten einen guten Ausgangspunkt, diese Sichtweise zu überprüfen und zu korrigieren. Sie ermöglichen es, einzutauchen in Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Kultur eines gar nicht so fernen Jahrhunderts, das grundlegend für unsere Gegenwart ist und dessen Spuren in der Stadt überall präsent sind.

Dieser Vortrag findet statt im Rahmen der Vortragsreihe "Lübeckische Geschichte(n) - Neun Jahrhunderte in 9 Objekten" aus Anlass des 875. Gründungsjubiläums der Stadt.

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08.11.2018 18:00 Uhr
Selbstbildnis mit Familie, 1815: Johann Baptist Hauttmann (1756-1832)
Vortrag
Dr. Alexander Bastek
Audienzsaal des Rathauses zu Lübeck, Breite Str. 62, 23552 Lübeck

Im 19. Jahrhundert ist Lübecks einstige Rolle als zentrale Handelsmetropole im Ostseeraum längst Geschichte und auch politisch kommt der Stadt keine tragende Rolle im europäischen Geschehen mehr zu. Das Selbstbildnis des Lübecker Malers Johann Baptist Hauttmann mit seiner Familie scheint dies zu illustrieren: Zu sehen ist der Rückzug ins Private und die Konzentration auf den engsten Familienkreis. Erst bei genauem Hinsehen wird deutlich, dass die zentralen Ereignisse europäischer Geschichte in dem Gemälde thematisiert sind und auch die Rolle Lübecks dabei in den Blick genommen ist. Das beschauliche Familienbild entpuppt sich als Historiengemälde mit allegorischer Bildsprache.

Dieser Vortrag findet statt im Rahmen der Vortragsreihe "Lübeckische Geschichte(n) - Neun Jahrhunderte in 9 Objekten" aus Anlass des 875. Gründungsjubiläums der Stadt.

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29.11.2018 18:00 Uhr
Zwei Pistolenkugeln. Der gewaltsame Tod des Arbeiters J. in Lübeck 1932
Vortrag
Dr. Jan Lokers
Audienzsaal des Rathauses zu Lübeck, Breite Str. 62, 23552 Lübeck

Im November 1932 protestierten Lübecker Arbeiter vehement gegen die herrschenden sozialen und politischen Verhältnisse. Die Polizei griff, als sie während des Protestzugs in Bedrängnis geriet, zur Waffe. Der angeschossene Kutscher Herbert J. erlag wenig später seinen Verletzungen. Die Vorkommnisse erzählen viel über die Zeit vor der „Machtergreifung“ und über Lübecks Entwicklung in den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. Im Vortrag soll es aber auch um Proteste und Unruhen in den Jahrhunderten davor gehen, denn darin können wir einige Besonderheiten der Lübecker Geschichte entdecken.

Dieser Vortrag findet statt im Rahmen der Vortragsreihe "Lübeckische Geschichte(n) - Neun Jahrhunderte in 9 Objekten" aus Anlass des 875. Gründungsjubiläums der Stadt.

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