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Jahresbericht 2018

Nach vorangegangener Vorstandssitzung am 19. Januar 2018 fand am 22. Februar 2018 die Jahresmitgliederversammlung im Vortragsraum des Museums für Natur und Umwelt statt. Anwesend waren etwa 50 Mitglieder des Vereins. Den anschließenden Festvortrag hielt Herr Dr. Bastek über das Thema „Lübeck in der Kunst der Moderne“.

Die dreijährige Amtszeit von Frau Dr. Vogeler und Herrn Dr. Riemer war abgelaufen. Eine Wiederwahl schied wegen Erreichens der satzungsmäßigen Altersgrenze in beiden Fällen aus. Der Vorsitzende dankte beiden auf der Mitgliederversammlung unter Überreichung eines kleinen Präsentes für ihre lange ehrenamtliche Tätigkeit im Vorstand.
Frau Ann-Mailin Behm, Doktorandin und Stipendiatin des ZKFL, wurde der Mitgliederversammlung für die Zuwahl vom Vorstand vorgeschlagen; sie stellte sich persönlich vor. Ihre Zuwahl in den Vorstand erfolgte einstimmig per Handzeichen. Frau Behm nahm die Wahl an.
Abgelaufen war die dreijährige Amtszeit von Frau Kruse sowie die des Vorsitzenden Dr. Lokers. Sie hatten sich bereit erklärt, erneut für den Vorstand zu kandidieren. Da eine geheime Wahl von den Mitgliedern nicht gewünscht wurde, erfolgte die Wahl per Akklamation: Die Mitgliederversammlung wählte die Genannten durch Handzeichen einstimmig (bei Enthaltung der Kandidaten) erneut in den Vorstand. Beide haben die Wahl angenommen.
Der Kassenprüfer des Vereins, Herr Dipl.-Ing. Otto Kastorff, kandidierte nicht wieder für dieses Amt. Der Vorsitzende dankte ihm für seine jahrelange ehrenamtliche Tätigkeit. Zum neuen Kassenprüfer wurde Herr Eike Loeper (Doktorand und Stipendiat des ZKFL) gewählt.
Lebhaft diskutiert wurde in der Mitglieder-Versammlung 2018 über den Antrag von Herrn Dohrendorff. Der Antrag enthielt die Aufforderung an den Vorstand, öffentlich zum Erhalt der sogenannten „stadtgeschichtlichen Sammlung“ im Holstentor Stellung zu beziehen. Vorsitzender und Vorstand sprachen sich für den Erhalt der Sammlung aus, sahen und sehen diese aber nicht als gefährdet an und daher auch keine Veranlassung, sich hierzu öffentlich zu äußern. Ein neues Konzept für das Holstentor gibt es derzeit nicht. Der Vorsitzende ist dazu im Austausch mit der Lübecker Museumsverwaltung; über neuere Entwicklungen wird er zu gegebener Zeit berichten, für den Erhalt bzw. die Modernisierung der Sammlung werden sich Vorstand und Vorsitzender einsetzen.
Unter Verschiedenes regte Herr Karl-Ernst Sinner in der Jahresmitgliederversammlung an, die Veranstaltungen des Vereins auf einen anderen Wochentag als Donnerstag zu verlegen, da donnerstags sehr viele kulturelle Veranstaltungen stattfinden. Wie bereits in der anschließenden kurzen Diskussion darüber vom Vorsitzenden ausgeführt, soll dieser Vorschlag nicht aufgegriffen werden, da alle anderen Wochentage in Lübeck gleichfalls ungünstig sind, weil auch an diesen andere Institutionen ihre Vorträge abhalten.

Der Vorstand ist an zwei Terminen des Vorjahres zusammengetreten. Allen Vorstandsmitgliedern ist zu danken für ihre Mitarbeit zum Wohle des Vereins!

Es gab auch 2018 wieder viele interessante Veranstaltungen für die Mitglieder des Vereins und für interessierte Gäste. Aus Anlass des 875. Gründungsjubiläums der Stadt gab es eine Vortragsreihe mit dem Titel „Neun Jahrhunderte in 9 Objekten“ im Rathaus. Alle Abende waren hervorragend besucht. Insgesamt haben circa 1.000 Interessierte an den neun Vorträgen teilgenommen. Diese waren:

  • 11. Januar: Prof. Dr. Manfred Gläser: Kreuzigungsszene. Slawische und deutsche Besiedlung Lübecks im 12. Jahrhundert
  • 8. Februar: Prof. Dr. Oliver Auge: Das Reichsfreiheitsprivileg von 1226. Meilenstein aus Pergament in Lübecks Geschichte
  • 8. März: Prof. Dr. Rolf Hammel-Kiesow: Der Lübecker Goldgulden von 1341. Krisen, Gold und ‚deutsche Hanse’: Lübeck im 14. Jahrhundert
  • 19. April: Dr. Dominik Kuhn: Lübecks „Pfundzoll-Bücher“ von 1492-1496. Von der Finanzierung hansestädtischer Kriege und vom hansischen Warenumschlag
  • 17. Mai: Prof. Dr. Rainer Postel: Zwei Bürgermeister – Zwei Portraits. Nikolaus Brömse und Jürgen Wullenwever – Kollegen und Antipoden im 16. Jahrhundert
  • 13. September: Dr. Indravati Félicité: Der Handels- und Schifffahrtsvertrag der Hansestädte mit Frankreich von 1655: Als Lübeck mit dem Sonnenkönig verhandelte
  • 18. Oktober: Dr. Michael Hundt: Neue Pracht in alten Mauern. Die Torelli-Bilder von 1759/61 im Audienzsaal des Rathauses
  • 8. November: Dr. Alexander Bastek: Selbstbildnis mit Familie, 1815: Johann Baptist Hauttmann (1756-1832)
  • 29. November: Dr. Jan Lokers: Zwei Pistolenkugeln. Der gewaltsame Tod des Arbeiters J. in Lübeck 1932

Der Verein hat mit diesen Vorträgen maßgeblich zum Erfolg des Jubiläumsjahres beigetragen und ein sehr positives öffentliches Echo erzielt. Allen Referenten ist für die gelungene Durchführung sehr zu danken, allen Zuhörern für ihr Kommen und ihr Interesse! Der Veranstaltungszyklus hat sich damit als Säule neben dem Jahrbuch wiederum sehr bewährt.

Die Mitgliederzahl des Vereins belief sich zum Jahresende 2018 auf 334 Personen. Die Mitgliederbewegung des vergangenen Jahres gestaltet sich wie folgt: Es gab insgesamt ein Minus von 21 Mitgliedschaften; dieses setzt sich zusammen aus neun Kündigungen, acht Todesfällen und vier satzungsgemäßen Ausschlüssen aufgrund von Nicht-Zahlung des Beitrags trotz mehrfacher Mahnung. Gleichzeit konnten in 2018 immerhin 15 Neumitglieder geworben werden. Das ist im Großen und Ganzen ermutigend in einer Zeit, in der es die Vereine schwer haben, ihre Mitglieder zu halten oder neue zu gewinnen.

Für eine gewisse hektische Betriebsamkeit sorgte (wie überall) die Einführung der DSGVO zum 25. Mai 2018. In quasi letzter Minute musste die Anpassung der Vereinsregularien an diese neue Vorschrift organisiert werden. Diese betraf vor allem die datenschutzkonforme Gestaltung der Homepage des VLGA. Zudem waren gemäß DSGVO alle Mitglieder über Verarbeitung und Speicherung der sie betreffenden personenbezogenen Daten zu informieren und Gelegenheit zum Widerspruch zu geben. Davon machte bisher jedoch niemand Gebrauch. Ohne Speicherung dieser Daten wäre eine Mitgliedschaft auch gar nicht möglich. Zugleich erfolgte die Umstellung des Content Management Systems, also der Software, um die Homepage des VLGA zu verwalten, auf eine neue Version.

Die Verwaltung des Vereins wurde dank des nachhaltigen Einsatzes von Frau Letz auf eine neue Software umgestellt. Eine Konsequenz der neuen Software, die die Verwaltungsarbeiten rationeller gestaltet, ist es, dass jetzt jedes Vereinsmitglied eine Mitgliedsnummer erhalten hat.

Das kleine Redaktionsteam der ZLG mit Herrn Gläser, Herrn Hammel-Kiesow und den Archivaren/innen des Archivs (Kruse/Letz/Kuhn/Lokers) traf sich zu einer Sitzung, um das Verfahren der redaktionellen Teamarbeit abzusprechen. Das Manuskript der ZLG 2018 konnte dem Verlag Schmidt-Römhild im November zur Herstellung der Druckfassung übergeben werden, der fertige Band müsste Ihnen hoffentlich kurz vor Weihnachten zugegangen sein. Frau Kruse machte sich um die Herstellung der Druckfassung sehr verdient, Herr Kuhn besorgte umsichtig den Rezensionsteil, Frau Letz war wie alle Genannten redaktionell tätig und organisierte die Finanzierung des Bandes. Der Vorsitzende dankt allen Teammitgliedern, auch den Korrekturlesern Frau Graßmann und Herrn Ahrens, herzlich für ihre Mitarbeit.

Der Band 98 (2018) der Zeitschrift für Lübeckische Geschichte wurde erstmalig vom neuen Herausgeber zusammengestellt und herausgegeben. Er enthält auf 390 Seiten sieben Aufsätze, einen Nachruf und eine Miszelle, die zeitlich einen Bogen vom 13. bis in das 20. Jahrhundert schlagen. Auch findet sich hierin wieder ein umfangreicher Rezensionsteil, betreut von Herrn Dr. Kuhn. Die Besprechungen und Hinweise bieten zuverlässig und kritisch einen Überblick über die neu erschienene Literatur zur Lübecker und zur Hansegeschichte, ja zur norddeutschen Geschichte überhaupt. Berichte der Archäologie und nach längerer Zeit auch wieder der Denkmalpflege runden den Jahresband erfreulicherweise ab, so dass wieder einmal ein lesenswertes Kompendium der Lübeckischen Geschichte in all ihren Facetten zustande gekommen ist.

Auch dieser Band konnte nur mit finanzieller Unterstützung mehrerer Stiftungen, namentlich der Possehl-Stiftung, der Jürgen Wessel-Stiftung sowie der Reinhold-Jarchow-Stiftung realisiert werden. Den Stiftungen gebührt der verbindlichste Dank des Vereins, ebenso auch denjenigen Vereinsmitgliedern, die den Verein mit Spenden bedachten oder den Jahresmitgliedsbeitrag etwas großzügiger ausfallen ließen. Nicht minder gedankt sei denjenigen Referenten, die bei den Veranstaltungen auf ihr Honorar verzichteten.

Es ist mir ein Bedürfnis, zum Schluss die engagierte Mitarbeit aller Mitarbeiter/innen des Archivs hervorzuheben: Frau Kruse, Frau Letz und Herr Dr. Kuhn sind zentrale Stützen der Vereinsarbeit, Frau Graack und Frau Müller erledigen umsichtig unter anderem die Aussendungen an die Mitglieder und vieles Weitere. Frau Hansen betreut versiert die Vereinsbibliothek. Frau Schlegel hat die Vortragsabende organisatorisch mit vorbereitet und schleppte zum Beispiel die Tische heran, wenn ein Vortrag im Lesesaal stattfand. Frau Hagemann und Frau Stubenrauch haben Siegel dupliziert und bei der Vortragsveranstaltung im Rathaus feil geboten; sie helfen überall dort mit, wo Not „am Verein“ ist; Frau Graßmann und Herr Ahrens sind als Ehrenamtliche bei den verschiedensten Arbeiten für den Verein stets eine große Hilfe. An alle Genannten geht der besondere Dank des Vorsitzenden und des Vereins!

Lübeck, den 14. Januar 2019

Dr. Jan Lokers