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Rückblick

02.11.2017 18:00 Uhr
Die vergessene Schlacht von Mölln 1225: Weichenstellung für Lübecks Reichsfreiheit und die politische Neuordnung Nordelbingens
Vortrag
Prof. Dr. Oliver Auge (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel)
Vortragsraum des Museums für Natur und Umwelt, Eingang: Mühlendamm 1-3, 23552 Lübeck

Die im Januar 1225 ausgefochtene Schlacht von Mölln steht ganz im Schatten ihrer "großen Schwester", der Schlacht von Bornhöved vom Juli 1227. Tatsächlich waren aber gerade die dramatischen Ereignisse bei Mölln, wo der Herr Nordalbingiens von dänischen Gnaden namens Albrecht von Orlamünde geschlagen und gefangen genommen wurde, entscheidend für das weitere politische Schicksal sowohl Lübecks als auch des gesamten Raumes zwischen Elbe und Eider und entlang der südlichen Ostseeküste bis Pommern. Der mit einer Powerpointpräsentation illustrierte Vortrag wird die Bedeutung der Schlacht aus dem Kontext der damaligen politischen und militärischen Geschehnisse herausschälen und eine historische Neubestimmung derselben vornehmen.

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12.10.2017 18:00 Uhr
Konsumverein und Konsumgenossenschaft Lübeck 1904-1972. Vom Lebensmittelversorger der Arbeiterbewegung zur regionalen Einzelhandelskette
Vortrag
Dr. Hartmut Bickelmann (Lübeck)
Lesesaal des Archivs der Hansestadt Lübeck, Mühlendamm 1-3, 23552 Lübeck (4. Stock)

Konsumgenossenschaften bildeten neben Partei und Gewerkschaft ein drittes Standbein der Arbeiterbewegung. Der Konsumverein Lübeck entwickelte sich nach schwierigem Start bis Ende der 1920er Jahre zu einer weit ins Umland ausgreifenden Großorganisation zur Versorgung ihrer Mitglieder mit Waren des täglichen Bedarfs. In der Weltwirtschaftskrise angeschlagen, durch nationalsozialistische Aktionen weiter destabilisiert und 1935 aufgelöst, nahm er seit seiner Wiederbegründung 1947 einen erneuten Aufschwung, bis er 1972 in der Coop Schleswig-Holstein aufging. Im Mittelpunkt des Vortrages stehen das spezifische geschäftliche und gesellschaftliche Profil sowie die wechselvolle organisatorische Entwicklung der Genossenschaft. Im Besonderen werden auch ihr Verhältnis zur Lübecker Genossenschaftsbäckerei und das 1929 eröffnete Kaufhaus am Klingenberg angesprochen.

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14.09.2017 19:00 Uhr
Luthers Lübeck - Einführung und Folgen der Reformation in der Hansestadt
Vortrag
Prof. Dr. Arnd Reitemeier (Göttingen)
St. Aegidien-Kirche, Aegidienstr. 75, 23552 Lübeck

Luther kam niemals nach Norddeutschland – aber seine Lehre fand Gehör in vielen Hansestädten. Lübeck wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts von dem Gegensatz zwischen Stadt auf der einen und Bischof und Domkapitel auf der anderen Seite geprägt. Die Kommune war überdies von sozialen und politischen Spannungen zerrissen. Als zentraler Handelsplatz für den Ostseehandel kamen Luthers Schriften schon früh in die Stadt, doch der Rat konnte viele Jahre erfolgreich die lutherische Predigt unterbinden.

Dann aber entwickelten sich großes Interesse und starke Begeisterung für die neue Lehre, denen der Rat entgegenkommen musste. Eine Kirchenordnung sollte die neuen Verhältnisse regeln - aber tatsächlich bildete sie den Anfang eines vielfältigen, tiefgreifenden und nachhaltigen Wandels in der Stadt. Eben diese Transformationen sollen im Zentrum des Vortrags stehen, für die beispielsweise Personen wie Johannes Bugenhagen oder Hermann Bonnus stehen. Dieser Wandel aber lässt sich nur verstehen, wenn die Ereignisse und Entwicklungen Lübecks mit denen anderer Städte und Territorien im ersten Reformationsjahrhundert verglichen werden. Damit steht am Ende des Vortrags die Frage, was eigentlich "die Reformation" ausmachte und was es folglich im Jahr 2017 zu feiern gilt.

Dieser Abendvortrag mit musikalischer Begleitung ist eine Kooperationsveranstaltung mit dem Ev.-Luth. Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg und der St. Aegidien-Kirche zu Lübeck. Einführung: Pastor Thomas Baltrock.

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29.06.2017 18:00 Uhr
Der Bau des Alster-Beste-Trave-Kanals aus dem Blick der Rechnungen
Vortrag
Dr. Niels Petersen
Vortragsraum des Museums für Natur und Umwelt, Eingang: Mühlendamm 1-3, 23552 Lübeck

Der Plan, eine schiffbare Verbindung von der Alster in die Trave von Fuhlsbüttel bis nach Oldesloe zu ermöglichen, scheiterte in einem ersten Anlauf in der Mitte des 15. Jahrhunderts. 1524 war die politische Situation jedoch so günstig, dass Hamburg und Lübeck erneut mit Bauarbeiten zur Austiefung der Flüsse und zur Anlage eines acht Kilometer langen Grabens über die Wasserscheide bei Sülfeld begannen, so dass 1530 der Kanal eröffnet werden konnte. Diese für ihre Zeit enorme logistische Herausforderung fand ihren Niederschlag in umfangreichen und detaillierten Abrechnungen, die den Baufortschritt wöchentlich dokumentierten. Aus ihnen lässt sich der Alltag einer Großbaustelle auf dem Land auf lebhafte und außergewöhnlich konkrete Weise rekonstruieren.

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08.06.2017 18:00 Uhr
"Die Entscheidung fällt für Lübeck und Sentator Dr. Neumann". Berufung und Tätigkeit des Lübecker Senators Neumann in die Zivilverwaltung nach Riga 1917 bis 1918
Vortrag
Maria Theresa Herbrand M.A., Historikerin (Göttingen)
Lesesaal des Archivs der Hansestadt Lübeck, Mühlendamm 1-3, 23552 Lübeck (4. Stock)

Der Vortrag nimmt sich zum Ziel einen Aspekt lübeckischer Geschichte während des Ersten Weltkriegs zu beleuchten. Konkret geht es um die Berufung eines Verwaltungsreferenten des Zivilgouverneurs in die zivile Verwaltung in dem von deutschen Truppen eroberten Gebiet um Riga 1917. Die Hansestadt Lübeck hatte großes Interesse daran ihre außenpolitischen Ansprüche im Baltikum zu wahren und geltend zu machen und trat dabei in Konkurrenz mit der Hansestadt Bremen. Die Aushandlung und vor allem die Entscheidungsfindung dieses Prozesses fanden ihren Höhepunkt während der Reise des lübeckischen Bürgermeister Emil Ferdinand Fehling an die Ostfront und ins Baltikum im Herbst 1917. Die Berufung und Tätigkeit des dann ernannten Lübecker Senators Johannes Neumann in der Zivilverwaltung steht neben der Reise von Fehling im Zentrum des Vortrages, der auf einer an der Universität Göttingen angenommenen Masterarbeit basiert.

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18.05.2017 17:00 Uhr
Führung durch das Seebadmuseum Travemünde
Seebadmuseum Travemünde Torstraße 1 23570 Travemünde

Der Heimatverein Travemünde hat im Juni 2007 das Seebadmuseum im Gesellschaftshaus gegenüber der St. Lorenz Kirche eingerichtet. Hier können sich Geschichtsinteressierte, Schulklassen, Gruppen, Vereine und natürlich alle Travemünder Bürger über die Geschichte Travemündes als Seebad von 1802 bis heute informieren. In der 160 Quadratmeter großen multimedial konzipierten Ausstellung gibt es neben Filmen und Hörstationen viele Exponate zu den Themen Bademode, Fischerei, Schifffahrt, Fliegerei sowie zum Leben im Kurort zu sehen.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt auf 25 Personen. Wir bitten um frühzeitige Anmeldung bei der Geschäftsstelle des Vereins unter info@vlga.de oder telefonisch unter 0451 122 4152.

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04.05.2017 18:00 Uhr
"Wir richten weiter in anderem Gewand!" - Justiz in Lübeck nach 1945
Vortrag
Manfred Bannow, Historiker
Lesesaal des Archivs der Hansestadt Lübeck, Mühlendamm 1-3, 23552 Lübeck (4. Stock)

Die NS-Militärjustiz verurteilte Tausende von Menschen wegen Wehrkraftzersetzung zum Tode oder zu Zuchthausstrafen. Nach 1945 begannen NS-Militärrichter, u. a. Gerhard Gaul, Alfons Bernzen, Ulrich Schattenberg, Eugen Franz, Kurt Giese, Walter Krüger oder Johannes Filter, ihre erneute berufliche und gesellschaftliche Karriere als Juristen in Lübeck. Die Urteile, die sie als Vorsitzende eines Feldkriegsgerichtes gefällt hatten, standen dem nicht im Wege.

Der Vortrag findet statt in Kooperation mit der Initiative Stolpersteine für Lübeck im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Zerstörte Vielfalt".

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03.05.2017 16:30 Uhr
Freischaltung und Präsentation der neuen Webseite www.vlga.de
Vortrag
Dr. Jan Lokers, Prof. Dr. Gerhard Ahrens, Meike Kruse
Lesesaal des Archivs der Hansestadt Lübeck, Mühlendamm 1-3, 23552 Lübeck (4. Stock)

Seit 2004 ist der VLGA im Internet präsent. Nun wurde es Zeit für ein frisches, aktuelles Design und erweiterte Inhalte. Wir freuen uns, unseren Mitgliedern die neu gestaltete Webseite des VLGA präsentieren zu können. Wie gewohnt werden Sie dort die Hinweise auf die vielfältigen Veranstaltungen des Vereins finden. Neu wird sein, dass Sie alle Bände der Mitteilungen des Vereins und alle älteren Ausgaben der Zeitschrift für Lübeckische Geschichte online einsehen und eine Volltextrecherche durchführen können werden. Wir würden uns freuen, wenn Sie recht zahlreich bei der Freischaltung dabei wären!

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27.04.2017 18:00 Uhr
Luther im illustrierten Flugblatt der Frühen Neuzeit
Vortrag
Prof. Dr. Michael Schilling
Vortragsraum des Museums für Natur und Umwelt, Eingang: Mühlendamm 1-3, 23552 Lübeck

Der Vortrag stellt die verschiedenen Bild- und Texttypen vor, mit denen die Bildpublizistik des 16. und 17. Jahrhunderts den Reformator für ein breiteres Publikum präsentierte. Dabei stehen der großen Zahl protestantischer Flugblätter auch einige katholischer Provenienz gegenüber.

Der Referent unterrichtete 17 Jahre ältere und neuere deutsche Literatur an der Ludwig-Maximilians-Universität in München, wo er sich mit einer Arbeit über Bildpublizistik der Frühen Neuzeit habilitierte. Von 1996 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 2014 lehrte er als Professor für ältere deutsche Literatur an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg.

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18.04.2017 19:30 Uhr
Der Rathenaumord 1922 und die Änderung Lübecker Straßennamen
Vortrag
Prof. Dr. Gerhard Ahrens
Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit, Königstr. 5, 23552 Lübeck

Über die Umbenennung öffentlicher Verkehrsflächen wird neuerdings heftig gestritten. Die Hansestadt Lübeck bildet da keine Ausnahme. Begonnen hatte es mit der Neubenennung von gleich sechs "dynastischen" Straßen als Reaktion auf den Mord an Reichsaußenminister Walter Rathenau im Juni 1922. Was veranlasste damals die erste demokratisch gewählte Bürgerschaft zu diesem unerwarteten Bildersturm? Und wie reagierte der Senat auf den mit Zweidrittelmehrheit beschlossenen Eingriff in seine traditionellen Rechte?

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30.03.2017 18:00 Uhr
Sakrale Kunst und religiöses Leben im späten Mittelalter - ein Blick in den Dom und in die St. Marienkirche in Lübeck
Vortrag
Frau Dr. Hildegard Vogeler und Herr Prof. Dr. Hartmut Freytag
Lesesaal des Archivs der Hansestadt Lübeck, Mühlendamm 1-3 (4. Stock)

Am Beispiel des Triumphkreuzes und des Passionsaltars von Hans Memling im Dom (heute im St. Annen-Museum) sowie verschiedener im Zweiten Weltkrieg zerstörter Kunstwerke zu Ehren der Gottesmutter Maria in St. Marien wird das religiöse Leben und seine Erscheinungsform in Gestalt ambitionierter sakraler Kunst skizziert. Diese war im Mittelalter nie Selbstzweck, sondern Ausdruck der Gottes- und Heiligenverehrung sowie auch christlicher Frömmigkeit und Heilserwartung. Die im Vordergrund stehende Erklärung der Kunstwerke aus der Perspektive zeitgenössischer mittelalterlicher Religiosität wird punktuell um Änderungen durch die Reformation erweitert. Doch wird auch der Blick auf die Kontinuität christlicher Gedankenwelt nach der Reformation gelenkt.

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16.03.2017 18:00 Uhr
Lübecker Syndikus Johann Pomeresche
Vortrag
Prof. Dr. Antjekathrin Graßmann
Lesesaal des Archivs der Hansestadt Lübeck, Mühlendamm 1-3 (IV. Stock, Fahrstuhl vorhanden)

Frau Prof. Dr. Antjekathrin Graßmann spricht zum Thema:

Ein Greifswalder Professor als Syndikus in den Diensten Lübecks 1679-1689

Für seine Rechtsgeschäfte und seine Vertretung vor den Reichsgerichten glückte es Lübeck, den renommierten Juraprofessor Johann Pomeresche von der Greifswalder Universität zu gewinnen. Er wiederum hoffte auf einen ruhigen ehrenvollen Posten. Beide Hoffnungen erfüllten sich nur zum Teil, gestatten uns aber einen intimen Blick in die Situation der Travestadt zur Zeit ihres allmählichen Prestigeverlustes in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts.

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08.03.2017 18:00 Uhr
Wiederaufbau nach 1945
Vortrag
Dipl.-Ing. Stephan Heine, Berlin
Vortragsraum des Museums für Natur und Umwelt (Eingang: Mühlendamm 1-3)

Dipl.-Ing. Stephan Heine, Berlin, spricht zum Thema:

Wiederaufbau nach 1945: Stadtbaudirektor Dr. Georg Münters Wirken in Lübeck und sein Scheitern an den "verantwortlichen Organen der Hansestadt".

Anfang September 1947 trat Dr. Georg Münter, in Nachfolge des 1946 verstorbenen Hans Pieper, sein Amt als Lübecks Stadtbaudirektor an. Zu seinen Aufgaben gehörten unter anderem die Planung und administrative Durchführung des Wiederaufbaues der im März 1942 teilzerstörten Innenstadt. Die ab 1948 erarbeitete und der Öffentlichkeit vorgestellte Wiederaufbauplanung erregte teils heftige öffentliche Kritik, die zum Teil Formen persönlicher Diffamierung annahm. Nach Vorstellung verschiedener, von 1942 bis 1947 entstandener Wiederaufbauplanungen gibt der Vortrag einen Überblick über Münters Biografie und seine Tätigkeit in Lübeck. Einen Schwerpunkt bilden die Entstehung, Ursache und Verlauf der Auseinandersetzung mit Kritikern und Gegnern seiner Amtsführung, die 1952 zu Münters freiwilligem Amtsverzicht führte.

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23.02.2017 19:00 Uhr
Vortragsraum des Museums für Natur und Umwelt
Vortrag
Prof. Dr. Heinrich Dormeier
Vortragsraum des Museums für Natur und Umwelt (Eingang: Mühlendamm 1-3)

Der Vortrag findet statt im Anschluss an die Mitgliederversammlung und beginnt ca. 19.00/19:15 Uhr.

Die Einstellung der katholischen Messen und Zeremonien in Lübeck im Juni 1530 und die Kirchenordung Bugenhagens von 1531 bedeuteten noch nicht unbedingt den "Sieg der Reformation" (W. Jannasch). Auf der großen (kirchen-)politischen Bühne gab es noch keine endgültige Entscheidung. Auch die weiterhin katholischen "Inseln" innerhalb der Stadt (Domkapitel, Johanniskloster) und "altgläubige" Ratsangehörige, die nach den unruhigen Jahren unter Jürgen Wullenwever 1535 wieder ans Ruder kamen, konnten mit ihrem Beharrungsvermögen die Durchsetzung der neuen Lehre gefährden. Wie rasch und aus voller Überzeugung einerseits, aber auch wie zögerlich und widerwillig andererseits der neue Glaube und die neue Kirchenordung in der breiteren Bevölkerung Lübecks akzeptiert wurden, das lässt sich vielleicht am besten an den (bis auf wenige Ausnahmen unveröffentlichten) Testamenten ablesen, die für Lübeck außergewöhnlich dicht überliefert sind und so ausnahmsweise hier und da auch einen Blick in die Köpfe der Menschen erlauben.

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02.02.2017 18:00 Uhr
Hanseaten und Hanseatisches
Vortrag
PD Dr. Lu Seegers
Beichthaus, Europäisches Hansemuseum, An der Untertrave 1, 23552 Lübeck

Der Vortragsabend findet statt in Kooperation mit dem Europäischen Hansemuseum Lübeck.

PD Dr. Lu Seegers, Bückeburg, spricht zum Thema: 

Hanseaten und Hanseatisches: Deutungen des Hanseatischen in Hamburg, Lübeck und Bremen

im frühen und mittleren 20. Jahrhundert

Die Begriffe Hanseaten und hanseatisch spielen heute eine zentrale Rolle in den städtischen Selbstbeschreibungen und Images der drei Hansestädte. Verstanden wird darunter eine Grundhaltung, die durch Nüchternheit, Solidität, Weltoffenheit und Liberalität gekennzeichnet ist. Diese Zuschreibungen waren und sind allerdings fluide und veränderten sich im Verlauf des 20. Jahrhunderts massiv. Im "Dritten Reich" stand das Hanseatische etwa für eine rassistisch-kolonialistische Eroberungsmentalität, während es nach 1945 als Bild für vermeintlich dem Nationalsozialismus distanziert gegenüber stehende Hansestädte genutzt wurde. Der Vortrag geht ausgehend von Hamburg und im punktuellen Vergleich mit Lübeck und Bremen den Wandlungsprozessen nach, denen die Selbstbeschreibung des Hanseatischen im Zeitraum von 1918 bis 1970 unterlag.

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18.01.2017 18:00 Uhr
Konflikt und Kommerz im Hanseraum (1300-1500)
Vortrag
Doktorand Philipp Höhn
Europäisches Hansemueum, An der Untertrave 1, 23552 Lübeck

Der Vortragsabend findet statt in Kooperation mit dem Europäischen Hansemuseum Lübeck.

Doktorand Philipp Höhn, Frankfurt, spricht zum Thema:

Kaufleute auf Konfrontationskurs: Konflikt und Kommerz im Hanseraum (1300-1500)

Wenn man die hansischen Urkundenbücher aufschlägt, stößt man auf Diebstahl, Strandräuber und Kaperfahrer, fehdeführende Adlige, die die Straßen unsicher machten, ganz zu schweigen von zahlungsunwilligen Schuldnern und gewalttätigen Gläubigern. Mittelalterlicher Fernhandel war also ein konfliktreiches Geschäft. Erschwerend kam hinzu, dass das Mittelalter durch eine Vielzahl verschiedener, konkurrierender Rechtsordnungen gekennzeichnet war und mittelalterliche Gerichte nur über begrenzte Möglichkeiten verfügten, Urteile über größere Entfernungen hinweg durchzusetzen. Doch haben sich Historiker mit diesen Konflikten bisher nur selten auseinandergesetzt und sie allenfalls als Störungen des reibungslosen Handels interpretiert. Der Vortrag wird dazu eine andere Position einnehmen.

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10.01.2017 18:00 Uhr
Julius Carlebach und das Lübecker Museum für Völkerkunde
Vortrag
Dr. Brigitte Templin
Vortragsraum des Museums für Natur und Umwelt (Eingang Mühlendamm 1-3)

1932 richtete der 1909 in Lübeck geborene Julius Carlebach, ein Enkel des Rabbiners Dr. Salomon Carlebach, eine jüdische Abteilung im Museum für Völkerkunde ein. Um dem Antisemitismus zu begegnen, wollte er alle jüdischen Gebräuche im Museum erklären.

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