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Rückblick

19.04.2018 18:00 Uhr
Lübecks "Pfundzoll-Bücher" von 1492-1496: Von der Finanzierung hansestädtischer Kriege und vom hansischen Warenumschlag
Vortrag
Dr. Dominik Kuhn
Audienzsaal des Rathauses zu Lübeck, Breite Str. 62, 23552 Lübeck

In den Jahren 1362-1363 erhoben einige Hansestädte erstmals gemeinschaftlich den sog. Pfundzoll als Sonderabgabe im Seehandel zur Finanzierung des Kriegs gegen den dänischen König Waldemar IV. Atterdag. Auch in den folgenden 200 Jahren nahmen die Hanse oder einzelne Hansestädte immer wieder Pfundzoll in Krisensituationen, vor allem für militärische Zwecke. Die zu Abrechnungszwecken angelegten mittelalterlichen Pfundzollbücher sind einmalige Quellen, weil mit ihnen Umfang und Art der gehandelten Waren, Akteure und Handelsbeziehungen systematisch und umfassend dokumentiert sind. Von 1492 bis 1496 erhob Lübeck als einzige Stadt Pfundzoll, um gegen Piraten zu rüsten, die einen Konflikt der Hanse mit England und Dänemark für ihre Raubzüge ausnutzten. Die Pfundzollbücher führen uns daher auch auf das Feld hansischer Diplomatie und damit zu dieser Zeit noch auf weltpolitisches Parkett – Amerika wird gerade entdeckt und Europa macht Epoche.

Dieser Vortrag findet statt im Rahmen der Vortragsreihe "Lübeckische Geschichte(n) - Neun Jahrhunderte in 9 Objekten" aus Anlass des 875. Gründungsjubiläums der Stadt.

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08.03.2018 18:00 Uhr
Der Lübecker Goldgulden von 1341: Krisen, Gold und "deutsche Hanse": Lübeck im 14. Jahrhundert
Vortrag
Prof. Dr. Rolf Hammel-Kiesow
Audienzsaal des Rathauses zu Lübeck, Breite Str. 62, 23552 Lübeck

1340 erhielt Lübeck als erste Stadt des deutschen Königreichs das Recht, Goldmünzen zu prägen. Der Lübecker Gulden offenbarte den Reichtum der Stadt und ihre gehobene Stellung im mittelalterlichen Reichsgefüge. Seine erste Prägung von 1341 bildet den Ausgangspunkt für die Darstellung der Geschichte Lübecks im krisengeschüttelten 14. Jahrhundert. Aus ihren Münzbildern (Lilie und der heilige Johannes der Täufer) lassen sich die ‚internationalen’ (geld)wirtschaftlichen Verflechtungen und deren außen- und innenpolitischen Folgen für und in der Travestadt entwickeln.

Dieser Vortrag findet statt im Rahmen der Vortragsreihe "Lübeckische Geschichte(n) - Neun Jahrhunderte in 9 Objekten" aus Anlass des 875. Gründungsjubiläums der Stadt.

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22.02.2018 19:00 Uhr
Lübeck in der Kunst der Moderne
Vortrag
Dr. Alexander Bastek
Vortragsraum des Museums für Natur und Umwelt, Musterbahn 8 (Eingang: Mühlendamm 1-3)

Alte Stadtansichten Lübecks, wie Elias Diebels Holzschnitt von 1552, zeigen in der Regel eine Gesamtansicht als Vedute. In der "Moderne" - also ab etwa 1800 - richten die Künstler ihren Blick mehr und mehr auf Details der Stadt. Nicht mehr die Gesamtansicht mit allen sieben Türmen prägt die Bilder, sondern das Herausgreifen einzelner Bauwerke oder architektonischer Elemente. Diese verweisen im besten Falle auf das Ganze der Stadt. Welche Ideen und Überlegungen stehen hinter diesen Detailansichten? Welches Bild der Stadt wird so vor Augen geführt? Und was lässt sich davon aus den Bildern, was aus den Quellen ableiten? Diesen Fragen geht der Vortrag an ausgewählten Werken der Sammlung des Museums Behnhaus Drägerhaus nach.

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22.02.2018 17:00 Uhr
Jahresmitgliederversammlung
Mitgliederversammlung
Vortragssaal des Museums für Natur und Umwelt, Musterbahn 8 (Eingang: Mühlendamm 1-3)

Tagesordnung:

  1. Geschäftsbericht 2017
  2. Rechnungslegung 2017
  3. Entlastung des Vorstands
  4. Vorstandswahlen
  5. Neuwahl des Kassenprüfers
  6. Zeitschrift für Lübeckische Geschichte: Perspektiven
  7. Erhalt der stadtgeschichtlichen Sammlung/des stadtgeschichtlichen Museums im Holstentor: Eingabe von Herrn Dohrendorf
  8. Ergebnisse der Mitgliederbefragung; Verlosung
  9. Ehrungen
  10. Verschiedenes

Im Anschluss an die Jahresmitgliederversammlung folgt um ca. 19.00 Uhr der Vortrag von Herrn Dr. Alexander Bastek, Leiter des Museums Behnhaus Drägerhaus: "Lübeck in der Kunst der Moderne".

 

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08.02.2018 18:00 Uhr
Das Reichsfreiheitsprivileg von 1226: Meilenstein aus Pergament in Lübecks Geschichte
Vortrag
Prof. Dr. Oliver Auge
Audienzsaal des Rathauses zu Lübeck, Breite Str. 62, 23552 Lübeck

Im Juni 1226 erlangten die Lübecker vom Stauferkaiser Friedrich II. ihren berühmten Reichsfreiheitsbrief, der seiner Bedeutung wegen als das wichtigste Lübecker Verfassungsdokument überhaupt eingestuft wird. Tatsächlich sicherte die Urkunde den Lübeckern nicht nur bereits erteilte Privilegien für die weitere Zukunft. Im Prinzip bereitete ihr Inhalt auch Lübecks Abfall von der Herrschaft des Dänenkönigs 1227 und die Dominanz der Stadt gegenüber dem Adel im unmittelbaren Umland und ihre Behauptung gegenüber den benachbarten Territorialherren von Holstein und Mecklenburg rechtlich vor. Auf der Grundlage des Reichsfreiheitsbriefs konnte sich Lübeck so im 13. Jahrhundert zu dem urbanen Zentrum entfalten, das bald als Haupt der Hanse firmieren sollte. Doch reichte die Wirkung des Reichsfreiheitsbriefs noch sehr viel weiter - bis ins 20. Jahrhundert, als Lübecks Selbstständigkeit durch das Großhamburg-Gesetz von 1937 beendet wurde, und, was die kommunalen Grenzen anbelangt, sogar noch bis in die Gegenwart.

Dieser Vortrag findet statt im Rahmen der Vortragsreihe "Lübeckische Geschichte(n) - Neun Jahrhunderte in 9 Objekten" aus Anlass des 875. Gründungsjubiläums der Stadt.

 

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11.01.2018 18:00 Uhr
Kreuzigungsszene: Slawische und deutsche Besiedlung Lübecks im 12. Jahrhundert
Vortrag
Prof. Dr. Manfred Gläser
Audienzsaal des Rathauses zu Lübeck, Breite Str. 62, 23552 Lübeck

1138 wird die slawische Fürstenresidenz Alt Lübeck zerstört, 1143 und erneut 1158/59 wird als erste deutsche Stadt an der Ostsee Lübeck gegründet. Ausgehend von einem archäologischen Fund, einer Kreuzigungsszene auf einer Walrosselfenbeinplatte, sollen die vielfältigen siedlungsgeschichtlichen Vorgänge erläutert werden, aber auch die Christianisierung und die erstaunlich umfangreichen auswärtigen Beziehungen. Lübeck ist als „Prototyp der modernen abendländischen Gründungsstadt“ bezeichnet worden, bereits am Ende des 12. Jahrhunderts hat sich die bescheidene Keimzelle zu einer mittelalterlichen Großstadt entwickelt.

Dieser Vortrag findet statt im Rahmen der Vortragsreihe "Lübeckische Geschichte(n) - Neun Jahrhunderte in 9 Objekten" aus Anlass des 875. Gründungsjubiläums der Stadt.

 

 

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06.12.2017 18:00 Uhr
Hurra! Der neue Band unserer Zeitschrift ist da!
Buchvorstellung
Dr. Jan Lokers, Prof. Dr. Gerhard Ahrens, Dr. Manfred Eickhölter, Prof. Dr. Antjekathrin Graßmann
Vortragsraum des Museums für Natur und Umwelt, Eingang: Mühlendamm 1-3, 23552 Lübeck

Vorgestellt wird Band 97 (2017) der Zeitschrift für Lübeckische Geschichte.

Programm:

  • Dr. Jan Lokers: Begrüßung namens des Vereins für Lübeckische Geschichte und Altertumskunde
  • Prof. Dr. Gerhard Ahrens: Unsere Zeitschrift als „Flaggschiff“ und als eine Säule des Vereinslebens
  • Dr. Manfred Eickhölter: Der erste Leser berichtet über seine Eindrücke nach flüchtiger Lektüre
  • Prof. Dr. Antjekathrin Graßmann: Vierzig Jahre Herausgeberschaft. Ein nostalgischer Rückblick mit Seufzen und Stöhnen – aber ganz ohne Zorn!
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30.11.2017 18:00 Uhr
Adel in Lübeck im Mittelalter? Die Lübecker ‚burgenses‘ („Niederadlige“) und ihre Rolle
Vortrag
Julia Jäschke M.A. (Kiel)
Europäisches Hansemuseum, Raum La Rochelle, An der Untertrave 1, 23552 Lübeck

Frau Jäschke hat an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel über das von ihr vorgestellte Thema promoviert. Sie führt uns in Lübecks spannende Entwicklungsphase im 13. Jahrhundert. Die alte Forschungsmeinung, dass Lübeck die ideale bürgerlich-hansische Kaufmannsstadt im Mittelalter gewesen sei, muss revidiert werden. Die städtische Gruppe der ‚burgenses‘, an die auch das Reichsfreiheitsprivileg von 1226 adressiert ist, kann durch intensive Forschung als eine z.T. aus dem Niederadel stammende Gruppe nachgewiesen werden, die sich durch Lehnsbesitz und weitere besondere Merkmale auszeichnete.

Vortragsabend in Kooperation mit dem Europäischen Hansemuseum Lübeck. Einführung und Einleitung: Prof. Dr. Rolf Hammel-Kiesow.

 

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24.11.2017 19:00 Uhr
"Ideal und Kalkül. Die Europäische Einigung in historischer Perspektive" - Rückblick auf die Geschichte der Europäischen Union
Vortrag
Prof. Dr. Ulrich Herbert (Freiburg i. Br.)
Audienzsaal des Rathauses zu Lübeck, Breite Str. 62, 23552 Lübeck

Prof. Dr. Ulrich Herbert blickt zurück auf die Geschichte der Europäischen Union. Es sei verblüffend, so der Historiker, dass trotz vieler Interessengegensätze, Widersprüche und nationaler Egoismen in Europa so etwas wie eine Europäische Union jemals zustande kommen konnte. Umso überraschter sei er, dass die Union noch immer besteht - und trotz allem enorm erfolgreich ist.

Ulrich Herbert ist Inhaber der Professur für Neuere und Neueste Geschichte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau und hat mit wegweisenden Studien zur Geschichte des Nationalsozialismus und der Bundesrepublik Deutschland auf sich aufmerksam gemacht. 1999 erhielt er den Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Von 2007 bis 2012 leitete er die School of History des "Freiburg Institute for Advanced Studies". Zuletzt bereicherte sein Opus Magnum "Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert" die öffentliche Diskussion.

Grußwort: Frau Senatorin Kathrin Weiher

Thematische Einführung: Dr. Jürgen Lillteicher, Leiter Willy-Brandt-Haus Lübeck

Eine Kooperationsveranstaltung mit dem Archiv der Hansestadt Lübeck, dem Willy-Brandt-Haus Lübeck und dem Zentrum für Kulturwissenschaftliche Forschung Lübeck.

Der Eintritt ist frei. Anmeldung bis zum 23. November erbeten unter: haus-luebeck [at] willy-brandt.de.

 

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02.11.2017 18:00 Uhr
Die vergessene Schlacht von Mölln 1225: Weichenstellung für Lübecks Reichsfreiheit und die politische Neuordnung Nordelbingens
Vortrag
Prof. Dr. Oliver Auge (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel)
Vortragsraum des Museums für Natur und Umwelt, Eingang: Mühlendamm 1-3, 23552 Lübeck

Die im Januar 1225 ausgefochtene Schlacht von Mölln steht ganz im Schatten ihrer "großen Schwester", der Schlacht von Bornhöved vom Juli 1227. Tatsächlich waren aber gerade die dramatischen Ereignisse bei Mölln, wo der Herr Nordalbingiens von dänischen Gnaden namens Albrecht von Orlamünde geschlagen und gefangen genommen wurde, entscheidend für das weitere politische Schicksal sowohl Lübecks als auch des gesamten Raumes zwischen Elbe und Eider und entlang der südlichen Ostseeküste bis Pommern. Der mit einer Powerpointpräsentation illustrierte Vortrag wird die Bedeutung der Schlacht aus dem Kontext der damaligen politischen und militärischen Geschehnisse herausschälen und eine historische Neubestimmung derselben vornehmen.

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12.10.2017 18:00 Uhr
Konsumverein und Konsumgenossenschaft Lübeck 1904-1972. Vom Lebensmittelversorger der Arbeiterbewegung zur regionalen Einzelhandelskette
Vortrag
Dr. Hartmut Bickelmann (Lübeck)
Lesesaal des Archivs der Hansestadt Lübeck, Mühlendamm 1-3, 23552 Lübeck (4. Stock)

Konsumgenossenschaften bildeten neben Partei und Gewerkschaft ein drittes Standbein der Arbeiterbewegung. Der Konsumverein Lübeck entwickelte sich nach schwierigem Start bis Ende der 1920er Jahre zu einer weit ins Umland ausgreifenden Großorganisation zur Versorgung ihrer Mitglieder mit Waren des täglichen Bedarfs. In der Weltwirtschaftskrise angeschlagen, durch nationalsozialistische Aktionen weiter destabilisiert und 1935 aufgelöst, nahm er seit seiner Wiederbegründung 1947 einen erneuten Aufschwung, bis er 1972 in der Coop Schleswig-Holstein aufging. Im Mittelpunkt des Vortrages stehen das spezifische geschäftliche und gesellschaftliche Profil sowie die wechselvolle organisatorische Entwicklung der Genossenschaft. Im Besonderen werden auch ihr Verhältnis zur Lübecker Genossenschaftsbäckerei und das 1929 eröffnete Kaufhaus am Klingenberg angesprochen.

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14.09.2017 19:00 Uhr
Luthers Lübeck - Einführung und Folgen der Reformation in der Hansestadt
Vortrag
Prof. Dr. Arnd Reitemeier (Göttingen)
St. Aegidien-Kirche, Aegidienstr. 75, 23552 Lübeck

Luther kam niemals nach Norddeutschland – aber seine Lehre fand Gehör in vielen Hansestädten. Lübeck wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts von dem Gegensatz zwischen Stadt auf der einen und Bischof und Domkapitel auf der anderen Seite geprägt. Die Kommune war überdies von sozialen und politischen Spannungen zerrissen. Als zentraler Handelsplatz für den Ostseehandel kamen Luthers Schriften schon früh in die Stadt, doch der Rat konnte viele Jahre erfolgreich die lutherische Predigt unterbinden.

Dann aber entwickelten sich großes Interesse und starke Begeisterung für die neue Lehre, denen der Rat entgegenkommen musste. Eine Kirchenordnung sollte die neuen Verhältnisse regeln - aber tatsächlich bildete sie den Anfang eines vielfältigen, tiefgreifenden und nachhaltigen Wandels in der Stadt. Eben diese Transformationen sollen im Zentrum des Vortrags stehen, für die beispielsweise Personen wie Johannes Bugenhagen oder Hermann Bonnus stehen. Dieser Wandel aber lässt sich nur verstehen, wenn die Ereignisse und Entwicklungen Lübecks mit denen anderer Städte und Territorien im ersten Reformationsjahrhundert verglichen werden. Damit steht am Ende des Vortrags die Frage, was eigentlich "die Reformation" ausmachte und was es folglich im Jahr 2017 zu feiern gilt.

Dieser Abendvortrag mit musikalischer Begleitung ist eine Kooperationsveranstaltung mit dem Ev.-Luth. Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg und der St. Aegidien-Kirche zu Lübeck. Einführung: Pastor Thomas Baltrock.

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